Die Charakteristika des Dirndl

An den wesentlichen Merkmalen des Dirndl hat sich im Laufe der Zeit nichts geändert: Es besteht in seiner Zusammensetzung unverändert aus einem in Falten gelegten Rock und einem meist angenähten Oberteil, dem Mieder. Darunter wird eine spezielle Dirndlbluse getragen, die unter der Brust endet und mit einem Gummiband versehen ist. Ferner gehört zu jedem Dirndl eine Schürze, die immer einige Finger breit oberhalb des Rocksaums endet.

Dreiteiliger Aufbau des Dirndl

Im Bairischen heißt „das Dirndl“ eigentlich „Dirndlgwand“ – denn das Wort Diandl bezieht sich in erster Linie auf das Mädchen und in der zweiten Bedeutung auf das Dirndlkleid. Ein Dirndl besteht im Wesentlichen aus drei Teilen
(bairisch: Diandlgwand – Kurzform Gwand) :

  • das Kleid (bairisch: s‘ Diandlkloal),
  • die Bluse (bairisch: d‘ Diandl-Blusn),
  • die Schürze (bairisch: d‘ Diandlschirzn).

In der Regel werden Dirndl als Kombination verkauft, allerdings führen einige Shops auch Einzelteile (Blusen, Schürzen) im Sortiment, so dass der Look individuell verändert werden kann.

Dirndlkleid

Das Dirndlkleid besteht aus zwei Teilen:

  • dem Rock und
  • dem Mieder.

Rock

Die Längen der Dirndl-Röcke gliedern sich zwischenzeitlich in Mini, Midi und Lang und spricht unterschiedliche Typen Frau an:

  • Mini: 50cm  
    Wer schöne Beine hat und diese in Szene setzen möchte, ist dem Mini gut beraten. Mini-Ausführungen reichen bis knapp über das Knie und sind die raffinierte Variante.
  • Midi: 60 – 70cm
    Die Midi-Länge reicht in der Regel bis knapp über das Knie und ist eine beliebte Variante zwischen sexy und zurückhaltend.
  • Lang: 90cm
    Die langen Ausführungen bedecken die Beine meistens bis zum Knöchel. Für schicke Anlässen oder als elegantes Abendkleid sollte das Dirndl immer lang sein.

Mieder

In der traditionellen Tracht nennt sich das Mieder mit angeschlossenen langen Ärmeln Leiblgwand. Vorne am Mieder befindet sich die mit filigranen Stickereien dekorative oder vollfunktionale typischen Mieder-/ Dirndlschnürung (auch: Miederlatz, oder bairisch: „Gschnür) die sich aus einer Kette und Haken zusammensetzt. Senkrecht zu den Haken sowie rund um den Ausschnitt und den Träger des Mieders verlaufen meist verzierende Bordüren, die Borten genannt werden. Den Rand nach außen schließen hierbei oft Rüschen ab.

Dirndlbluse

Bei der Dirndlbluse unterscheidet man primär in zwei Formen:

  • mit Schultern (klassisch),
  • schulterfrei (Carmenstil).

Unverändert bei allen Dirndlblusen ist der wesentliche Blickfang des Dirndls das Dekolleté. Das „Holz vor der Hüttn“ wird in manchen Oberteilen noch mit den früher üblichen Stäbchen zur Verstärkung unterstützt, wie sie bei Korsagen üblich sind. Unter dem Ausschnitt zwischen den Brüsten befindet sich das Raffband, das durch Faltenlegung des Blusenstoffes einen schönen Busen formt und dem Verrutschen vorbeugt.

Dirndlschürze

Die Dirndlschürze wird vom Dirndlrock beeinflusst und endet wenige Zentimeter über dem unteren Saum des Rockes. Wichtig ist bei Schürzen aller Längen, dass das Band des oberen Schürzenrandes gesmokt ist. Das bedeutet dass der Schürzenstoff durch ein Kräuselband in kleinen Fältchen oder Reihen (Stiftln) mit Zierstichen festgehalten wird. Durch die Raffung des „Smok“ schneidet der Schürzenbund nicht ein und wandert nicht so schnell das Dirndlmieder hinauf. Unverzichtbar ist natürlich das ausreichend lange Schleifenband, das eine gut sichtbare Schleife an gewünschter Stelle ermöglicht.

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